Dienstag, 25. Mai 2010

Deltadreams


Deltadreams
Bis zum Ende aller Strassen.
Tour vom 23.05. - 02.06.2011 durch die Hohe Tatra - Donaudelta - Karpaten
Im Januar 2011 hatten wir uns getroffen: Manfred, Hans (ja, wider Erwarten ist Hans trotz seinem fortgeschrittenem Alter wieder dabei) und ich (Uwe).
Wir wollten wieder eine Tour unternehmen. Für Hans sollte es zum dritten Mal seine letzte Tour werden.
Es wurde, nach einigem hin und her, ein Termin gefunden. Start sollte am 23.05.2011 sein.
Wir hatten uns für die von mir erarbeitete Tour ins Donaudelta, durch die Karpaten dann an der polnisch/russischen Grenze entlang bis zur Ostsee und dann an der Küste entlang wieder Richtung Heimat entschieden. Planungskilometer 6200. Treffpunkt sollte im Raum Kassel sein.
Hans hatte sich bei der Planung herausgehalten, er wollte diesmal nur mitfahren. So waren die Aufgaben verteilt; Uwe Tourleader (also vorne), Hans zweiter (ohne Aufgabe, nur durchkommen) und Manfred letzter und Quartiermeister (wie immer).

Tour 2011

23.05.2011
Um kurz nach 8:00 Uhr war ich mit meiner Goldwing ins Abenteuer 2011 gestartet. Zuerst voll tanken und die Luft prüfen. Um 8:20 Uhr ab auf die Autobahn Richtung Kassel zum Treffpunkt in Niestetal.
Als ich um 10:20 Uhr am Treffpunkt ankam, war Hans schon da. Tanken, Smalltalk, auf Manfred warten.
Um 11:00 Uhr traf, wie verabredet, Manfred ein. Nach Begrüßung und ein Kaffee ging die große Fahrt weiter. Ein paar Kilometer zur Autobahn und dann auf die 38 nach Leipzig. Ab Leipzig haben wir die Autobahn verlassen und wollten, so weit möglich, die Reise ohne Benutzung der Autobahn fortsetzen. Wir wollten nach Pesterwitz nähe Freital. Hans hatte dort schon mal mit seinem Stammtisch genächtigt. Dort sind wir um 16:00 Uhr angekommen. Die Hotelführung war nicht bereit uns preislich entgegen zu kommen und wir waren nicht bereit 56 Euro zu zahlen, also fuhren wir weiter. Wir wollten noch mindestens 2 Stunden fahren. Also weiter Heidenau, Königsstein, Decin (Tschechien) und ab in die „Böhmische Schweiz“. Dort haben wir nach einem Hotel Ausschau gehalten. Wir haben in Rynartice mit dem Hotel „Zamecek“ ( www.hotel-zamecek.cz ) ein tolles Hotel gefunden. Schwimmbad und Sauna vorhanden, wurde von uns aber nicht genutzt. Zimmerpreis 40.-€ incl. Frühstück. Es gab vorzüglich Essen zu kleinen Preis gegessen. Wiener Rostbraten für 7,-€ und 0,5l Bier für 1,-€.
Dann ging es noch mal zu den Motorrädern um die Beleuchtung zu testen. Dabei stellte sich heraus, dass meine Fernbedienung mal wieder streikte und nichts ging. Ich hoffte es wäre nur die Batterie.
Die andern beiden Wings leuchteten wie Glühwürmchen nur bei mir war es stockfinster. Um 22:00 Uhr ging es ins Bett. Heute 690 km.



24.05.2011
Wir hatten gut gefrühstückt. Danach starteten wir. Erst weiter durch die „Böhmische Schweiz“ und weiter nach Hradec. Die Fahrt auf der Landstraße gestaltete sich durch die LKW´s etwas langwierig. In Hradec wollten wir die Maschinen in der Fußgängerzone abstellen, aber die Polizei winkte ab. Wir sollten einen „ordentlichen“ Parkplatz benutzen.Bild hinzufügen
Wir also zu Fuß los um ein Eis zu essen. Leider stellte sich raus, dass wir kein Geld hatten, zu mindestens keins womit man hätte Eis bekommen können. Für drei Eis extra Geld umzutauschen haben wir uns verkniffen. Also wieder zum Moped um weiterzufahren. Und! Hans sein linker Seitenkoffer ging nicht mehr auf. In diesen Koffer hatte er seine Jacke gepackt. Nach einigem suchen haben wir die Notentriegelung gefunden und nach einigen Versuchen ging der Koffer auf. Hans hatte wieder eine Jacke und wir konnten weiterfahren. Weiter ging die Fahrt nach Ostrava. Wieder LKW´s und Schnellstrassen. Nach 530 km fand ich in Stela Bystrica abseits der Strasse eine Tankstelle. Wir tankten um mit vollem Tank die Berge in Angriff zu nehmen. Wir beschlossen aber die Fahrt in die Berge auf den nächsten Tag zu verschieben und in dem Ort nach einem Hotel zu suchen. Ich hatte an der Strasse ein Reklameschild von einem Hotel gesehen. Wir fanden es schnell und Manni ging fragen wegen 3 Zimmern. Er kam mir einem Grinsen zurück er hatte drei Zimmer gleich klar gemacht. Bei 10,-€ pro Zimmer incl. Garage (einfach aber gut) hatte er sofort zugesagt. Wir haben an diesem Abend hervorragend getafelt. Jeder 2 Schnitzel mit Pommes und Salat, 8 Bier, 3 Wasser, 4 Cola und 6 Brandy zusammen 46,-€. Wir sind noch in den Ort gegangen, es sah alles ganz nett aus so dass wir morgens, im hellen, noch mal für ein paar Fotos hinfahren wollen. 586 km.


25.05.2011
Der Tag begann mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Kaffee. Der Kaffee wurde wie früher in ein Glas gegeben und mit Wasser aufgebrüht. Aber für 9,30€ für drei Frühstücke kann man nicht meckern.
Nun das Gepäck wieder in und auf die Maschinen verstaut und gestartet. Noch ein Foto in der Ortsmitte und dann ging es ab nach Zakopane in Polen. Wir wollten die berühmten Skischanzen besuchen. Eine schöne Fahrt durch die Hohe Tatra. Zakopane ist ein super Wintersportort mit schönen alten Holzhäusern. Auch im Sommer ist touristisch jede Menge los. Es gibt viele Unterhaltungsmöglichkeiten. Nach einigem Suchen fanden wir auch die Skischanzen.
Danach ging es wieder durch die Hohe Tatra nach Kosice in der Slowakei. Auf einer Berghütte noch einen ungarischen Gulasch mit Knödeln gegessen. Außerdem haben wir dort unseren ersten Capuccino getrunken (nach der Erfahrung vom Morgen). Weiter nach Kosice. Dort haben wir nach ein Eiskaffee gesucht und auch eins gefunden. Nachdem ich ein Bananen-Split-Eis bestellt hatte, mussten die dazu gehörigen Bananen erst besorgt werden, dadurch entstand etwas Wartezeit, die wir für ausgiebige Menschenstudien nutzten, ehe wir zu unserem Genuss kamen. Nach dieser Erfrischung ging die Reise durch die Slowakei weiter.
In Michalovce haben wir uns ein 4**** Hotel gegönnt. Hotel „Druzba“. Es war Manfred´s Wunsch gewesen heute in einem 4-Sterne Hotel zu übernachten. Für 39,-€, incl. Frühstück und bewachtem Parkplatz war das auch in Ordnung. Jetzt wollten wir Essen gehen. Da das Hotel Citynah war, gingen wir in die Fußgängerzone. Zu unserem Erstaunen war diese wie leergefegt. Hatten dann doch noch eine Pizzeria gefunden. Den Abend haben wir dann, in Ermangelung anderer Gelegenheiten, in der Hotelbar ausklingen lassen.
Anmerkung: Meine Kamera ist kaputt. :-(
26.05.2011
Nach dem Frühstück war uns aufgefallen, dass uns das Navi nicht ganz auf der geplanten Route gehalten hat. Also ging es mit einem Umweg Richtung Ungarn.
In Ungarn gab es als Highlight eine Flußüberquerung mit einer uralten Fähre, angetrieben durch einen kleinen Einzylinder-Diesel mit Wasserrad.
Sonst zog sich die Fahrt nach Rumänien ziemlich. Ungarn ist flach ohne Abwechslung. Die Strassen säumen Dörfer und Städte ohne Kern. Es gibt nur eine Straße die rechts und links von Häusern gesäumt ist. Irgendwann kommt eine Kirche, dass ist dann die Ortsmitte. So ein Ort kann bis zu 10km lang sein.
Übergang nach Rumänien. Das erste mal mit Passkontrolle. Unser Zielpunkt für den Tag, Baia Mare, liegt vor uns.
Die letzten Kilometer noch auf sehr schlechter Strasse. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, das sollte nur ein kleiner Vorgeschmack sein auf das, was noch auf uns zu kommen sollte.
In Baia Mare erst mal Geld getauscht. Hotel gefunden. Die Motorräder siche,r beim Koch, im Hof abgestellt und den Tag ausklingen lassen. Heute nur 340 km.
27.05.2011
Nach dem Frühstück wurde aufgepackt und in das Mamuras-Gebirge aufgebrochen. Bei der ersten Passauffahrt schlechte Strasse, vor allem in den Kehren war der Asphalt aufgebrochen und hatte riesige Löcher. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Über Sighetu, Mamatier, Borsa bis Lacobeni, ingesamt 195km sehr schlechte Straße. Von Straße konnte eigentlich keine Rede sein. Ein tiefes Schlagloch folgte einem noch tieferen unterbrochen von tiefen Querrinnen. Man hatte keine Chance den ganzen Löchern auszuweichen. Von der Landschaft, die ausgesprochen schön ist, bekam man nicht viel mit. Die ganze Aufmerksamkeit galt der Strasse damit es nicht zum Sturz kam.


















In Lacobeni beschlossen wir auf Grund der schlechten Strasse die Route leicht zu ändern um auf einer Art Bundesstrasse dieser Schlaglochorgie ein Ende zu machen. Ab dann ging es zügig voran. Wir fuhren bis Roman um ein Hotel zu finden. Leider hatten wir kein Glück, in ganz Roman keine freien Zimmer. Also noch ca. 130km weiter nach Bacau. Dort kamen wir indem ***Hotel „Moldavia“ unter. Damit die Motorräder sicher geparkt sind sollten wir sie in die Hotelhalle fahren. Wir staunten nicht schlecht, aber das Hotelpersonal meinte es ernst. Aber vor dem Hotel waren ein paar Stufen die erst mal überwunden werden mussten. Hans und ich benutzten eine Behelfsrampe, die für Rollstuhlfahrer gedacht war. Die war für Manfred zu eng, da erst „Faulenzer“ am Motorrad hat. Also Manfred, mit etwas Schubkraft von mir, direkt die Stufen hoch. Das hat auch prima geklappt. Die Motorräder waren im Hotel.
In der Zwischenzeit hatten die Hotelangestellten in der Lounge die Sessel und Tische beiseite geschoben um die Motorräder dort zu platzieren. Der Nachteil! Es waren noch mal drei Stufen zu überwinden, um auf die Empore der Lounge zu kommen. Aber das schafften wir auch noch. Noch eine kleine „Lightshow“ in der Hotelhalle, dann Pizza essen und dann schlafen. Doch noch 560km gefahren.





28.05.2011
Heute ging es ins Donaudelta. Über Galati nach Braila. Dort mussten wir suchen, um eine Strasse zu finden die zur Fähre führte, da die Navistrecke durch Baumassnahmen gesperrt war. Nach einigen Umwegen und Nachfragen mit Händen und Füssen fanden wir den Weg zur Fähre. Es war keine Strasse sondern eine holprige unasphaltierte Strecke, die aber auch LKW´s benutzten. Noch über einen Damm und dann war sie da, die Donau. Große Flußfähren warteten auf Passagiere. Ein Abenteuer allemal. Die Auffahrt auf die Fähre erfolgt nicht wie bei uns über eine Rampe, sondern die Fähre liegt an einem Anleger und man fährt vom Anleger auf die Fähre. Also einfach über den Spalt, der zwischen Anleger und Fähre bleibt. Auch Höhenunterschiede bleiben unbeachtet.
Wir wurden in einer Ecke eingewiesen, bei den PKW. Der Rest der Fläche wurde jetzt mit mehreren LKW´s gefüllt. Nun ging es ab über die Donau auf die andere Seite. Dort angelegt schwante mir übles. Zwischen Anleger und Fähre klaffte eine Lücke von 20-25cm und ein Höhenunterschied von 30cm. Wie sollt man da von der Fähre runterkommen?

Nach dem der erste LKW das Deck verlassen hatte kam das Schiff ein bisschen höher, das beruhigte mich. Nach dem die LKW und die meisten PKW die Fähre verlassen hatten war der Höhenunterschied weg, nur die Lücke war noch da. Also Herz in die Hand, Gas und los. Aber was war das? Ich blieb mit dem Stiefel an einem der Metallriffelungen hängen, die auf dem Boden gegen die Rutschgefahr aufgeschweißt waren und riss mir die Sohle vom Stiefel. Egal, erst mal Schwung und der feste Boden war erreicht. Nun ging es voran, immer durch wilde Auenlandschaften. Das Delta war weniger interessant als ich es mir vorgestellt habe. Da man über die riesige Flächen keinen Überblick hat. Wenn in der Gegend wenigsten eine etwas größere Erhöhung gäbe von der man einen etwas weiteren Blick hätte, aber nichts, alles flach wie ein Bügelbrett. In einer Kaffeebar machten wir einen Stopp. Dort habe ich meinen Stiefel erst mal mit Panzertape geflickt.
Die Strecke führte über Tulcea nach Donavatu de Jos. Nun waren wir da, am Ende aller Strassen. Weiter nach Osten führte kein Weg. Alles endete in einem kleinen Yachthafen mit Cafe. Vor uns ein Donauarm der nach wenigen 100 Metern im schwarzen Meer mündet. Von hier konnte man Bootstouren durch die Arme des Donaudeltas buchen. Es war alles unspektakulärer als ich es mir ausgemalt hatte.

Nach einer Verschnaufpause bei Capuccino und kühlen Getränken machten wir uns auf den Rückweg, der östlichste Punkt unserer Reise war erreicht. Von nun an fuhren wir wieder Richtung Heimat.
Wir fuhren südlich durch die Ebene nach Barbadag. Dort haben wir auch sofort ein nettes Hotel gefunden. Die Goldwings wurden auf dem Innenhof geparkt, dort gab es sogar Wasser, was Hans am anderen Morgen sofort nutzte um seiner Wing ein kleines Bad zu gönnen.
Abendessen und schon um 21:15 Uhr im Zimmer. Müde. Nach einem Telefonat mit zu Hause habe ich unruhig geschlafen, es gab keine guten Nachrichten von Zuhause.
29.05.2011
Am anderen Morgen, auf der Straße war schon jede Menge los. Ich wunderte mich, zeigte die Uhr doch erst 7:oo Uhr. Ich schaute aus dem Fenster draußen, hatte ich den Eindruck, war das ganze Dorf unterwegs, zu Fuß und mit Pferdewagen, auf denen die ganze Familie hockte. Vater Mutter und Kinder. Die Mutter mit lackierten Fingernägeln und Handy am Ohr. Alle hatten ihren feinsten Zwirn an, es war Sonntag.
Hans hatte schon sein Motorrad einer Pflegestunde unterzogen. Gemeinsam ging es zum Frühstück. Bei diesen Betrachtungen des regen Dorflebens schwante uns, dass etwas mit der Zeit nicht stimmt und wir die Uhr eine Stunde vorstellen müssen. Wir waren halt „Schnellmerker“, es hatte nur fast drei Tage gedauert. Nun wurde uns auch klar warum die Geschäfte schon so früh schlossen und auch die Gaststätten um neun Uhr schon kein warmes Essen mehr hatten.
Nun brachen wir auf, wir wollten nach Bran zu „Draculas Schloss“. Von Barbadag folgten wir schmalen Strassen die uns durch die Donauebene Richtung Buzau führten. Nach kurzer Zeit hatten wir wieder Straßenbelege der übelsten Sorte. Total zerfahren, mit Schlaglöchern übersäht vom Schwerlastverkehr. Rumänien ein Land im Umbruch. Überall werden Windräder gebaut. Die Teile dafür werden mit riesigen LKW´s zu den Baustellen in die Pampa gebracht. Die kleinen Straßen dahin sind für solche Belastungen nicht gebaut worden und gehen kaputt.
Als wir die Karpaten wieder erreichen machen wir an einem Stausee halt. Für viele Touristen und Ausflügler, es war ja Sonntag, waren wir die Attraktion. Ein Fototermin folgte dem anderen. Ich mahnte zum Aufbruch und warnte vor der drohenden schwarzen Wolke am Himmel. Aber die Fotowünsche zögerten den Start heraus. Als es endlich losging, öffnete der Himmel seine Schleusen. Es gab keine Unterstellmöglichkeit, also „Augen zu“ und durch. Nach ein paar Kilometern hörte es, so wie es begonnen hatte, schlagartig auf zu regnen und wir konnten wieder entspannt die vorbeiziehende Karpatenlandschaft genießen.
Als wir in Bran ankamen fuhren wir in dem touristisch sehr frequentierten Ort mal auf und ab. Da am Himmel wieder dunkle Wolken drohten machten wir Quartier im Hotel „Bran“. Die Motorräder kamen in einen Verschlag der sonst für Müllcontainer vorgesehen war. Darauf waren Schilder mit Namen. Altöl, Kunststoff, Metalle. Also der passende Ort für die Goldwing. Als wir im Zimmer mit Blick auf Draculas Schlosswaren, ging, wie passend, ein Gewitter los. Nachdem das Gewitter vorüber war machten wir eine Besichtigungstour durch Bran und gingen essen. Ich telefonierte mit Zuhause, die Nachrichten waren immer noch schlecht. Ich beschloss die Tour abzukürzen und nicht mehr an der russischen Grenze entlang zur Ostsee zu fahren, sondern direkt Richtung Heimat. Wir haben uns bei einem Bier besprochen. Hans und Manfred wollten mit mir zusammen die geänderte Richtung einschlagen. Das nenne ich Zusammenhalt.
30.05.2011
Heute wieder Karpaten. Die Karpatenlandschaft ist nicht so schroff wie die Alpen, eher wie der Bayrische Wald. Durch sanftes Kurvengeschlängel mit wechselnden Strassenverhältnissen näherten wir uns der ungarischen Grenze. Wir wollten mindestens noch eine Nacht in Rumänien verbringen um unsere letzten Leu auszugeben. Im grenznahen Ort Marghita mussten wir tanken und waren von der Hitze ganz schön gebeutelt und fragten nach einem Hotel. Man antwortete mit Schulterzucken. Nachdem ein LKW die Tankstelle verlassen hatte und den Blick auf die andere Straßenseite freigab, zeigte Manfred auf die andere Seite und was sah mein trübes Auge? Ein Hotel.
Wir wurden uns aber mit dem Hotelier nicht einig. Die Dame wollte 50€ ohne Frühstück, dass war indiskutabel für so eine Herberge mit Motel Charakter.
Also durchsuchte Hans und Manfred erst mal das Navi nach einem Hotel. Dort wurden Sie aber nicht fündig. Wir beschlossen erst mal weiterzufahren. Im Ort sah ich ein Hinweisschild zu einer Pension „Vila Boema“. Die fuhren wir an. Es war gar keine richtige Pension sondern ein schnuckeliges kleines Hotel mit Restaurant und wunderschönen Biergarten. Wir hatten einen wunderschönen Abend in diesem Biergarten.
31.05.2011
Heute durch Ungarn in die Slowakei. Landschaftlich gibt Ungarn nicht viel her. Als wir durch die Stadt Nagyrozvagy kamen rief Hans: “Hier war ich schon mal“. Unglaublich wo Hans in seinem Wingerleben sich rumgetrieben hat.
In der Slowakei kamen wir über kleine und kleinste Sträßchen, über die uns das Navi führte, an einen kleinen Fluss oder Kanal. Über dieses Gewässer führte ein kombinierte Brücke, halb Ponton halb Drehbrücke, und nur so breit das ein Mittelklasseauto gerade zwischen die Geländer passte. Als wir den Ponton unter die Räder nahmen polterte es gewaltig. Die Bretter der Brücke lagen nur lose auf. Die ganze Brücke schwankte beim Überqueren. Auf der anderen Seite haben wir erst einmal angehalten um die schöne Flusslandschaft zu genießen.
Die Slowakei wird auch noch fast ganz durchquert. Da ein Gewitter aufzog, machten wir 100km vor der tschechischen Grenze, in Prievidza, Schluss für den Tag.
Wir fanden im Hotel „Squash“ passende Zimmer. Kaum hatten wir die Sachen auf dem Zimmer ging der Gewitterregen los. Nach dem Regen machten wir die Bikes trocken. Hans konnte seine Maschine in den Eingangsbereich einer Spielhalle parken. Manfred´s und meine Wing standen draußen und wurden abgedeckt.
01.06.2011
Nach einem opulenten Frühstück hatte ich „Lisa“ beauftragt uns nach Bärenstein im Fichtelgebirge zu führen. Wir nahmen die Strassen der Tschechei unter die Räder. Über Brünn und Prag fuhren wir auf das Fichtelgebirge zu. Als es die Berge hoch ging wurde es auf einmal sehr kalt und es zog dichter Nebel auf. Wir tasteten uns der deutschen Grenze entgegen. Nach 625 Kilometern erreichten wir in Bärenstein die Pension „Fichte“. Leider hatte man dort für uns kein Zimmer mehr frei, denn es folgte ein langes Wochenende. Am nächsten Tag war „Vatertag“ und somit war die bekannte Motorradpension für das lange Wochenende ausgebucht.
Es würde unter dieser Aussicht schwierig werden ein Zimmer x3 für eine Nacht zu finden.
Wir fuhren weiter nach Oberwiesenthal. Der zweite Versuch ein Hotel zu finden war erfolgreich. Im Hotel Riedel „Holzbaude“ nahm man uns nach etwas Überlegung auf. Sogar die Sauna wurde angeheizt. Manfred ließ sich erst einmal eine Massage verpassen.
Es wurde ein schöner gemütlicher Abend bei leckeren Speisen. Es sollte unser letzter gemeinsamer Abend werden auf dieser Tour.
02.06.2011
Heute soll es nach Hause gehen. Wir wollten durch Fichtel- und Erzgebirge nach Thüringen fahren um dort noch eine der leckeren „Thüringer“ Rostbratwürste zu essen. Wir fuhren auf vielen kleinen Sträßchen gegen Westen. Unterwegs trafen wir immer wieder auf Wandergruppen von Männern die ihren Vatertagsausflug mit reichlich Unterstützung von flüssigem Proviant feierten.
Kurz vor dem Autobahnkreuz Erfurt fanden wir am Wegesrand eine kleine Wurstbude, bei der wir eine leckere Bratwurst bekamen. Danach ging es in Richtung Autobahn. An der Autobahn kam der Abschied von Manfred. Er wollte weiter Richtung Harz nach „Pullman City“.
Hans und ich fuhren noch zusammen auf der Autobahn bis zum Hattenbacher Dreieck, dort schwenkte Hans Richtung Heimat ab. Ich hatte noch ca. 250km bis nach Hause.
Nach 600 Tageskilometern und 5700 Gesamtkilometern in 11 Tagen stellte ich meine tapfere, stabile, alles mitmachende Goldwing GL 1800 in der Garage ab.
Wieder war eine tolle Reise zu Ende. Ich bin gespannt wo es uns im nächsten Jahr hintreibt.

Dienstag, 26. Mai 2009

3 Männer, 3 Wings und 7000 km Strasse

Mit 3 Goldwings 1800 durch 13 Länder Südosteuropas vom
24.04.09 – 08.05.09
Uwe Blechschmidt, Leichlingen, Ex-Präsident der GWFD
Manfred Ripken, Oldenburg, Hotelier
Hans Brethauer, Ottrau, Rentner
009.jpgTreffpunkt am 24.04.09 bei Hans in Ottrau um 9.00 Uhr, wie bei Goldwingern üblich, pünktlich auf die Minute. Nach gemeinsamem Frühstück erfolgte der Start um 10.00 Uhr.



1. Etappe: Ottrau - Ledec, Tschechische Republik
Um erst einmal einige Kilometer zu machen, ging es über die A 4 bis Chemnitz, weiter auf der B 174 in Richtung Grenze. In Tschechien auf der B 7 wurde Prag weiträumig umfahren. Die B 12 war bis Kolin wenig befahren, so daß wir zügig vorankamen. In einer kleinen Autoraststätte ließen wir uns einen Palatschinken mit Eis schmecken.
012.jpgBis Tschaslau auf der B 38, anschließend die B 338 u. 339 bis Ledec. Ankunft 18.00 Uhr.465.jpg
In einer kleinen Pension direkt an der Sazava / Sasau bekamen wir drei wunderschöne
Einzelzimmer. Nach einem Spaziergang durch Ledec wurde in einem kleinen, aber lautem Restaurant ein
gutes Abendessen eingenommen. Ledec wurde erstmals im 12. Jahrhundert schriftlich erwähnt, im 13. Jahrhundert wurde eine Burg und ein Schloß gebaut.
 
2. Etappe: Ledec – Kecskemet Ungarn Das Wetter meinte es gut mit uns, denn wir konnten auf der Terrasse das Frühstück einnehmen. Auf einer Nebenstraße wurde eine Auffahrt zur Autobahn gefunden und in flotter Fahrt ging es in Richtung Brünn. Nach Brünn wurde die Autobahn verlassen und über Landstraßen sollte es durch die Slowakei gehen. Die B 51 führte uns über Hodonin zur slowakischen Grenze. In der Slowakei ging es auch recht gut voran, so daß wir über Trnava zur Mittagszeit im Stadtzentrum von Nitra eine kleine Mahlzeit einnehmen konnten. Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter zur Grenze Ungarn. 700.jpg486.jpgSchon weit vor der Grenzstadt Stürovo sahen wir die Basilika von Eszetergom. Direkt an der Donau, aber noch in der Slowakei, fanden wir einen wunderbaren Parkplatz zum Fotografieren. Die Mopeds waren gerade abgestellt, als wir eine Überraschung erlebten, zirka 50 Goldwings kamen auf den Platz gefahren, es war eine Gruppe von ungarischen Goldwingern die aus Budapest eine Clubausfahrt machten. Uwe und der Ungarische Secretary „Joszef“ haben sich bekannt gemacht, Bilder wurden gemacht, kleine Geschenke ausgetauscht, die Mopeds bewundert, und schon ging es weiter über die Donaubrücke nachUngarn.495.jpg
Budapest wurde östlich umfahren. Über die B 4 und B 441 erreichten wir Kecskemet.
Ein Hotel in Zentrumnähe war bald gefunden. Nach einem ausgedehnten Fußmarsch durch die City fanden wir ein sehr gutes Lokal und wir konnten im Außenbereich unser Essen einnehmen. Leider wurden wir einige Zeit von einer Bettlerin belästigt

3. Etappe: Kecskemet – Sibiu ( Hermannstadt ) Rumänien
Heute sollte eine Bekanntschaft mit einem Bürgermeister in Jimbolia aufgefrischt werden. Über die B 5 zur Grenzstadt Szeged, hier wurde kurzfristig die Route geändert. Um eine Grenze zu umgehen, wurde Jimbolia nicht über Serbien, sondern direkt von Rumänien aus angefahren. Auf neuen, kerzengeraden Straßen wurde Jimbolia erreicht.706.jpg Manfred fand auch sofort das Bürgermeisteramt, aber außer dem Pförtner war Niemand anwesend. Es wurde noch telefoniert, dem Bürgermeister war es jedoch nicht möglich zu kommen. Bis hier her waren alle Straßen in einem recht guten Zustand, aber die Strecke Jimbolia – Timisoara war sehr schlecht und hat meiner Hüfte nicht gut getan. Eine an der Straße eingenommene Brotzeit hat Uwe und Manfred etwas den Magen verdorben, die Stücke waren offensichtlich zu groß und die schlechte Straße hat alles mächtig durcheinander geschaukelt. Nach Timisoara war die Straße wieder gut und in flotter Fahrt ging es über Lugoj, Deva nach Sibiu. In Sibiu wurde das gleiche Hotel aufgesucht, wo Manfred und ich vor zwei Jahren schon
einmal genächtigt hatten. Heute waren wir spät dran, so daß wir uns die Füße nur vor dem Hotel etwas vertreten haben. Nach dem Essen und ein paar Getränken wollte der Wirt schon bald schließen, es war also Bettruhe verordnet. Sibiu war seid je her der Mittelpunkt von deutschstämmigen Minderheiten in Siebenbürgen.
 
4. Etappe: Sibiu – Ovidiu Rumänien
Die 7 a sollte heute der Weg sein, aber an der Zufahrt stand schon geschrieben , daß der Paß gesperrt ist. Mutig wie wir waren wollten wir prüfen, wie weit die Straße zu befahren war.508.jpg
Die Zufahrt sah erst noch vielversprechend aus und bei herrlichem Sonnenschein ging es die Paßtraße hoch. Die Liftstation wurde noch passiert, aber dann war Schluß - eine Schneewand blockierte unsere Weiterfahrt und wir mußten umkehren, ein Versuch war es wert und Zeit hatten wir ja. Ein zweiter Paß war in unserer Planung vorgesehen den wir nun angehen wollten. Über Brasov zur 1 a ging es nun den Bratocea hinauf.


Auf einer wunderbaren kurvenreichen Strecke machte es richtig Spaß, die Paßhöhe von 1263 m zu erreichen. Genau so kurvenreich wie bergauf war es auch bergab. Es hat gar manchmal gekratzt. 315.jpg

Im Tal am Ortseingang von Ploiesti wurde ein Leckeis eingenommen, viele Jugendliche haben unsere Maschinen bewundert. Der Tag war schon weit fortgeschritten und wir mußten etwas den Gasgriff drehen, denn unser östlichstes Ziel, das Schwarze Meer hat gezogen. Ganz wurde das Ziel jedoch nicht erreicht ca. 20 km vor Konstanza fanden wir ein gutes Hotel in Ovidiu.
5. Etappe Ovidiu – Nessebär Bulgarien 524.jpg 
Bei nur 6° aber strahlendem Sonnenschein wurde die Schwarzmeerküste angesteuert und um 9.00 Uhr erreicht. Ein weiterer Traum ging mit dem Anblick des Schwarzen Meeres in Erfüllung. Von hier wollte ich auch meinem Stammtisch – Präsi mit dem Rauschen der Schwarzmeerwellen zum Geburtstag gratulieren, leider kam aber die Verbindung nicht zustande.
aber wir haben es überlebt, ich auch ohne Dusche !!!!93.jpg
Die Mopeds wurden beim Nachbar unter Verschluß gebracht und mit einem Fußmarsch die Altstadt von Nessebär erreicht. Nach einer kurzen Besichtigung machte sich unser Magen bemerkbar und ein Lokal mit Blick auf das Meer wurde aufgesucht. Der H
Nach einigen Kilometern wurde auf einem Feldweg nochmals die Küste angesteuert, die kleinen Bauerndörfer sehen hier sehr ärmlich aus. Unsere Bilder zeigen es.
Durch Konstanza war der Verkehr etwas zäh, aber wieder auf der E 87 lief esBei Vama Veche wurde Rumänien verlassen und die Straßen von Bulgarien mußten nun unsere Fahrkünste ertragen. Zügig wurde nun das nächste Ziel, Nessebär das Weltkulturerbe angesteuert.
Die Hotelsuche war etwas schwierig, denn Manfred fand das Hotel von einem Bekannten nicht mehr wieder. Nach einigen Versuchen, denn die meisten Hotels hatten noch geschlossen, haben wir aber doch eine Unterkunft gefunden, war zwar nicht das Beste,
eimweg zog sich ganz schön in die Länge, aber das Bier und andere Getränke in der Kneipe am Hotel schmeckten recht gut, leider war Manfreds Spezialgetränk bald nicht mehr verfügbar. Der nächste Tag sollte Ruhetag werden.

6. Etappe
Ruhetag in Nessebär
106.jpg Da es bei uns im Hotel kein Frühstück gab, sollte es bei Mc. Donalds eingenommen werden, aber auch das war noch geschlossen. Ein junger Mann hat uns dann ein gutes Lokal empfohlen und wir konnten bei herrlichem Sonnenschein im freien Frühstücken.
Anschließend wurde der Goldstrand mit seinen unschönen Hotels aufgesucht, ein Sommerurlaubsziel für mich gibt das nicht. 578.jpg113.jpg Auf dem Weg zurück in die Altstadt von Nessebär bog Uwe ab und landete in einer Waschanlage, das erstemal in meiner Goldwinglaufbahn wurde meine Wing in einer Waschanlage gewaschen, Manfred schaute dem Treiben bei einer Tasse Capuccino zu, denn seine Wing war noch sauber!! Die beiden Männer, die Uwes und meine Wing säuberten, machten es gründlich, wir waren zufrieden. Nun wurde die Altstadt bei Tageslicht besichtigt und viele Bilder gemacht, leider ging mein Akku zur Neige und ich hoffe, daß ich viele Bilder von Uwe bekomme.
Es lohnt sich, alles im Internet über Nessebar nachzulesen !! 
 
7. Etappe Nessebär – Razlog Bulgarien
Nach dem doch etwas langweiligem Ruhetag, war jeder froh, daß es wieder auf die Piste ging und man wieder den Gasgriff drehen konnte. 138.jpgÜber die gut ausgebaute B6 in Richtung Sliven konnten wir es gut laufen lassen. Ab Slieven wurde die B 66 bis Plovdiv genutzt, von Plovdiv bis Pazardzig die B 8 und von da aus die B 84. Die B 84 schlängelte sich durch zwei Täler, einmal an der Cepinska und anschließend an der Mesta entlang. Leider wurden wir bei Velingrad vom Regen überrascht, das erstemal auf der Tour, der Regen war nur von kurzer Dauer und wir konnten das malerische Tal mit vollem Fahrspaß genießen.
584.jpgIn Razlog, einem Wintersportzentrum, wurde Quartier bezogen. Unsere Mopeds, diesmal nicht unter Verschluss, wurden direkt vor dem Hoteleingang abgestellt und waren von der Rezeption aus gut einsehbar. Das Hotel Razlog war ein Hotel der gehobenen Klasse, ein Alleinunterhalter der für Stimmung sorgen sollte war wohl fehl am Platz, denn es waren nur wenige Gäste da.

8. Etappe Razlog – Thessaloniki Griechenland
Nach einem guten Frühstück und ausgeschlafen, wurde eine wunderbar ausgebaute Paßstraße, die B 19 bis zur B1 gefahren. Nun wurde das nächste Weltkulturerbe Melnik aufgesucht.341.jpg
Kurz vor Melnik fing es wieder zu regnen an und wir konnten nur eine kurze Besichtigung vornehmen. In einem deutschsprachigem Lokal wurden einige Capuccinos getrunken, der Regen ließ nach und wir konnten zurück auf die B 1. Vorher jedoch hatte Uwe mit Monika telefoniert und festgestellt, daß in Thessaloniki ein Goldwingtreffen stattfindet. Nachdem uns Monika den Namen des Platzes durchgegeben hatte, wurde beschlossen, das schauen wir uns einmal an, denn wir wären sonst sicherlich nicht auf ein griechisches Goldwingtreffen gekommen.
334.jpgDie B 1 war wieder trocken. An einer in die Jahre gekommenen Hängebrücke wurden einige Fotos gemacht, Uwe und ich haben auf dieser Brücke die Struma überquert.
In Promahon wurde die Grenze nach Griechenland passiert, auch wieder ohne Probleme. Die B 63 führte uns über Serres nach Thessaloniki. An einer Tankstelle wurde die Lage des Platzes erfragt, das Navi brachte uns gut durch die Stadt.
Wir wurden mit großem Hallo auf dem Treffenplatz empfangen, wir waren die einzigen aus Deutschland. Im Sun Beach Hotel, direkt neben dem Treffenplatz bekamen wir Zimmer.
E146.jpgine Fahrt mit den Wings über die Strandpromenade mußte natürlich sein.
Die Mopeds wurden auf dem Platz untergestellt, hier war eine Bewachung. Auf dem Platz mußten wir einige Einladungen zu Trinks annehmen, für mich waren die scharfen Sachen nicht geeignet, konnte aber aus Höflichkeit nicht absprechen.
607.jpg
Ein Erlebnis hatten wir noch mit einer verlorengegangenen Ölablassschraube an einer F6!!! Da der Motor aber aus einer Goldwing stammt, war das offene Loch nur die nicht genutzt Öffnung für die Montage in einer richtigen Wing. :-)
Da kein geschlossenes Zelt vorhanden war wurde es recht kalt auf dem Platz und Manfred und ich haben uns in die Hotelbar zurückgezogen. Wie lange es Uwe ausgehalten hat, hat er uns nicht erzählt.

9. Etappe Thessaloniki – Bitola ( Mazedonien )
Das Goldwingtreffen war für uns beendet und es stand uns ein langer Tag bevor, der so nicht geplant war. Die Meteora Klöster waren unser nächstes Ziel. 368.jpg
Über die Autobahn wurde Thessaloniki schnell umrundet und bis Abfahrt Katerini genutzt. Manfred hat bis Katerini die Führung übernommen, dann war ich wieder dran, denn ich hatte das neueste Update und alle kleinen Straßen auf meinem Garmin. Auf der B 13 u. 26 die wunderbar ausgebaut und kurvenreich war ging es recht flott in Richtung Meteora Klöster. Bei Deskati schickte uns das Navi auf eine kleine Nebenstrecke, ich hatte die größten Bedenken, war aber alles unbegründet. Wir wurden über diese kleine aber feine Straße durch abgelegene Dörfer geführt, die wir ohne Navi niemals gesehen hätten. Die Strecke war wunderbar. Manfred war nun auch überzeugt, daß er ein neues Update braucht.
633.jpgDie Felsenklöster Meteora waren an diesem herrlichen Sonnentag so stark besucht, daß wir keine Möglichkeit hatten, bis in die Nähe zu kommen, die Straßen waren durch Busse verstopft und wir mußten uns mit einigen Fotos aus der Ferne begnügen. In einem kleinen Eiscafe wurde beschlossen, in Richtung Norden aufzubrechen und den Tag in Nordgriechenland zu beschließen.
Über die B15 bis Grevena anschließend Autobahn bis Ptolemaida. Nun ging es los mit der Suche nach einem Hotel, die Hauptstraße wurde verlassen, nach ca. 30 km auf einer Nebenstraße und einigem Fragen hatten wir ein kleines Hotel gefunden, Manfred hatte schon die Schlüssel, doch wir haben dann doch nach einer Besichtigung auf das Hotel verzichtet. Die Auffahrt zum Hotel hatte eine 200m lange Auffahrt mit geschätzten 20% Steigung und Kopfsteinpflaster aus dem Mittelalter.Wir haben die Schlüssel wieder zurückgebracht.
Zurück auf die E65 und in Florina einer größeren Stadt hofften wir auf mehr Glück. In drei großen Hotels wurde angefragt aber es war nichts zu bekommen, es wurde immer später. Ein Glück, daß wir ohneFrauen waren. Nach kurzer Besprechung sollte nun Bitola in Mazedonien angefahren werden. 359.jpg
An der Grenze mußten wir aber eine längere Wartezeit hinnehmen, denn die Schweinegrippe, die in Deutschland ausgebrochen war, hinderte eine normale Einreise. Durch die Grenzbeamten wurde erst ein Arzt bestellt, der uns belehren sollte. Nach einer guten halben Stunde kam dann eine Ärztin und eine Krankenschwester ,die uns nach unserem Gesundheitszustand befragt hat. 648.jpgWir bekamen noch eine Adresse, an die wir uns wenden konnten wenn Unwohlsein auftreten sollte. Nachdem wir merkten, daß sich die Leute um uns sorgten, war auch bald der Ärger über die Wartezeit verflogen.
Ein Mann hatte uns an der Grenze schon einige Hotels in Bitola empfohlen und Adressen aufgeschrieben. Nun wurde es langsam dunkel und es wurde Zeit, daß wir eine Unterkunft fanden.
Gleich beim ersten Hotel hatten wir Glück, denn ein Kellner des Hotels Eppinal führte uns mit seinem PKW voraus bis zur Schranke zum Hoteleingang. Die Mopeds waren sicher abgestellt, die Zimmer in Ordnung, nun konnte der Hunger gestillt werden. Ein deutschsprachiger Kellner empfahl uns ein Steak was wir auch bestellten und wir wurden nicht enttäuscht, es war sehr gut. Wir waren von Mazedonien angenehm überrascht.

10. Etappe Bitola – Shkoder ( Albanien )
Heute waren wir alle schon etwas aufgeregt, denn nach ca. 2 Std. Fahrt sollte die Albanische Grenze erreicht sein. Die Aufregung war schnell verflogen, vorm Hotel wurden noch einige Fotos gemacht und los ging es auf die B 26 in Richtung Albanien.
370.jpg372.jpg Die B26 führte uns durch das Bigla Gebirge mit einer Paßhöhe von 1207 m. Nach der Paßhöhe sahen wir in der Ferne schon den großen Ohridsko See, es war eine landschaftlich wunderbare Gegend und für jeden Motorradfahrer eine Empfehlung. Nach Ohrid konnte die Uferstraße des See voll genossen werden, in unserer Bekleidung hatten wir einen Nahverkehrszug. Nach der Uferstraße ging es nun wieder auf den Berg und der Grenze entgegen.
Die Grenzstation lag auf der Paßhöhe und es begann wieder etwas zu krippeln im Bauch, war aber alles kein Problem die Grenze wurde ohne Wartezeit überquert. Mit ein paar Bildern wurde der Grenzübergang festgehalten. Auf einer sehr schmalen, aber neu geteerten Straße ging es ins Landesinnere von Albanien. 163.jpg166.jpg Nun sah man deutlich den Unterschied zwischen anderen Ländern, der Müll und sehr viel Unrat lag an den Straßenrändern außerdem waren über viele Kilometer überall in dem Gebiet Einmannbunker. Was mußten die früher ein Schiss gehabt haben, dass denen etwas geklaut wird.
In Elbasan wurde eine kleine Rast eingelegt und dem Stadtverkehr zugesehen, man konnte nur den Kopf schütteln. Uwe hatte den Mut ein Stück zurückzugehen, denn ich hatte im vorbeifahren einen Markt gesehen, ich bin auf die Bilder gespannt. Uwe hatte so etwas noch nicht gesehen.
175.jpgWeiter ging es in Richtung Tirana, die Hauptstadt Albaniens wollten wir durchfahren. Der Verkehr in Albanien ein reines Chaos, jeder fährt wie er will. Im Zentrum von Tirana vor einem Museum und Blickkontakt zu zwei motorisierten Polizisten wurde eine Pause eingelegt. Ein junger Museumsangestellter kam auf uns zu und fragte ob wir Deutsche seien, als dieses bejaht wurde, stand er stramm und begrüßte uns mit Heil – Hitler, die Überraschung sah man uns an, es wurde nicht reagiert und der junge Mann von uns ignoriert. Es war übrigens die einzige negative Bekanntmachung mit Menschen auf der gesamten Reise.
Weiter ging die Reise in Richtung Norden mit vielen Eindrücken, die erst im nachhinein verarbeitet werden können. 34 km vor der Grenze, in Shkoder fanden wir ein ansprechbares Hotel, denn die Abenteuerlust hatte uns gepackt und es sollte nun auch in Albanien übernachtet werden. Die Zimmer waren zwar nicht das Beste aber für eine Nacht war es annehmbar. Mit einigen Getränken wurde die Zeit bis zum öffnen des Restaurants überbrückt, 18.30 Uhr. Die Speisekarte sah nicht schlecht aus, aber die Gerichte die ausgesucht wurden, waren alle nicht vorhanden. Auf Vorschlag der Bedienung bestellten wir alle eine albanische Spezialität. 179.jpgDer Grillteller mit sehr viel Fleisch sah nicht schlecht aus, aber dann, kein Bissen wurde gegessen das Fleisch war so zäh und hat gestunken, daß ich mich fast übergeben hätte, es war Schaffleisch oder gegrillter Hammel. Ich muß ein fürchterliches Gesicht gemacht haben, denn Uwe und Manfred haben noch viel darüber gelacht. Alle drei Grillteller wurden nicht angerührt, was der Bedienung sicherlich auch peinlich war. Andere Länder andere Sitten. Gesättigt waren aber alle drei denn wir hatten eine ausreichende Portion Salat und Pommes gegessen. Mit ein paar harten Getränken wurde das Unwohlsein mit Erfolg bekämpft.


11. Etappe Shkoder – Dubrovnik Kroatien
394.jpg34 km in Albanien standen uns noch bevor, es wurde die schlimmste, so eine schlechte Straße hatten wir noch nicht gesehen, einem Loch auszuweichen war unmöglich. Unsere Wings wurden auf eine schwere Probe gestellt.
Die Grenze nach Montenegro wurde überquert und wir kamen in ein Land, das aufgeräumt, gepflegt und gut aussah. Über zwei Berge und die Küste der Adria lag vor uns, wunderschön. Nach übersetzen mit einer Fähre wurde die Grenze nach Kroatien überquert.
408.jpgOhne größeren Aufenthalt, aber einem kleinen Regenguß wurde die Küstenstraße bis Dubrovnik genossen. Geldumtausch, Hotelsuche alles war schon Routine. Die Mopeds waren gut und sicher untergestellt, mit dem Taxi wurde die Altstadt, wieder ein Weltkulturerbe, aufgesucht. Der Spaziergang durch die Altstadt war anstrengend und es wurden mehrere Pausen eingelegt. Im Hafen mußten wir noch eine Rettung einer Frau miterleben, die ins Hafenbecken gefallen war. Mit dem Taxi zurück in die Innenstadt und der Abend wurde beendet. Beim Frühstück am anderen Morgen stellten wir fest, daß die gerettete Frau auch in unserem Hotel wohnte. 

  12. Etapppe Dubrovnik – Zadar
262.jpgDie berühmt, berüchtigte Küstenstraße Kroatiens war ein Genuß, gut ausgebaut viele Kurven, das richtige für Biker. In Pakostane, auf dem Campingplatz Nordsee, wurde ein Freund von Manfred besucht. Dieser hat früher in seinem Hotel in einer Band mitgespielt. Bei einer Tasse Kaffee wüßte man sich viel zu erzählen. Kurz vor Zadar war die heutige Tour zu Ende. In einem schönen Hotel mit Meerblick in der Nähe von Biograd wurde Station gemacht.



13. Etappe
Zadar – Krk
272.jpgÜber kleine Straßen führte uns die heutige Tour über die Insel Pag, eine Landschaft wie auf dem Mond es wächst fast nichts, alles nur Stein. Am nördlichen Ende der Halbinsel wurde mit der Fähre übergesetzt und wir kamen wieder auf die Küstenstraße. Uwe, der von Montenegro aus wieder sein Navi einsetzen konnte, es waren wieder Karten vorhanden, führte uns nun auf die Halbinsel Krk.
Hier hat ein ehemaliger Arbeitskollege eine Wohnung.
Uwe hatte uns schon angemeldet und bei einer Tasse Kaffee auf dem Balkon wurden einige Erlebnisse ausgetauscht. Ein Hotel war auch bald gefunden, da es noch früh am Nachmittag war wurde die Altstadt von Krk zu Fuß besichtigt, das war ganz schön anstrengend, wieder beim Hotel, wurde eine Ruhepause vorgeschlagen und angenommen. 18.30 Uhr Abfahrt mit den Mopeds zum Treffen mit Uwes Freunden.
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Unsere Wings wurden auf der Promenade abgestellt und waren ein guter Blickfang. Bei der Rückfahrt war es schon dunkel und es konnte eine Lichterfahrt stattfinden. In der Hotelhalle wurde der Tagesabschluss vorgenommen.







14. Etappe Krk – Gmunden am Traunsee Österreich
Beim Frühstück wurden wir von einigen Hotelgästen, die abends auch in der Altstadt waren, angesprochen, sie hatten so etwas noch nicht gesehen und bezeichneten unsere Lichterfahrt als eine große Schau.
225.jpgNachdem wir gut gefrühstückt hatten, ging es zurück auf die Küstenstraße in Richtung Rijeka, ein kurzes Stück auf der Autobahn, dann zur Slowenischen Grenze. Slowenien wurde schnell durchquert, denn wir wollten bis abends in der Nähe der deutschen Grenze sein. Der Loiblpaß mit einer Höhe von 1367 m war kein Problem. Wir waren so gut eingefahren, daß alle Kurven wie auf Schienen durchfahren wurden. Klagenfurt, Perchauer Sattel, Triebener Tauern, Liezen, Gmunden unsere Tagestour war zu Ende.
227.jpg299.jpg Im Hotel zum Engelwirt sollte die letzte Nacht unserer Reise verbracht werden. Die Abschiedsfeier war nur kurz, alle waren müde. Unsere Reise war so schnell zu Ende, wo sind die zwei Wochen geblieben.

 
15. Etappe - Gmunden – Heimatorte Deutschland
Die letzte Etappe stand uns bevor, Uwes Frau Monika hat heute Geburtstag und weiß nicht, daß Uwe heute zurück kommt, es soll ein Geburtstagsgeschenk werden. Nach einer guten Stunde haben wir Passau erreicht, es macht sich der Stalldrang bemerkbar und in flotter Fahrt geht es Richtung Heimat. Bei Regensburg wird sich von Manfred verabschiedet, er will noch einen Trip über Leipzig machen. Uwe und ich fahren zusammen bis Autobahnkreuz Biebelried, hier trennen sich unsere Wege, eine schöne Reise geht zu Ende. Alle sind wieder gut zu Hause angekommen.
Fazit: Wir haben viel gesehen und erlebt, ca. 7000 km gefahren, waren 2 Wochen
303.jpgzusammen, es hat kein böses Wort gegeben es war eine tolle Dreiergruppe.
Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir das Abenteuer Albanien gut überstanden und wir hatten das beste Motorrad der Welt unterm Hintern. Für mich war es vielleicht die letzte große Tour, wenn es so sein sollte, werde ich aber lange davon zehren.
Der Chronist
Hans Brethaue
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